{"id":3493,"date":"2024-04-24T20:46:25","date_gmt":"2024-04-24T18:46:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gesundessalzburg.at\/amd\/?p=3493"},"modified":"2024-12-05T10:06:46","modified_gmt":"2024-12-05T09:06:46","slug":"so-gehts-beim-berufsstartvon-der-pflicht-zur-kuer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gesundessalzburg.at\/amd\/so-gehts-beim-berufsstartvon-der-pflicht-zur-kuer\/","title":{"rendered":"So geht&#8217;s beim Berufsstart<br>von der Pflicht zur K\u00fcr"},"content":{"rendered":"<p>Gleich \u201ezwei in eins\u201c bietet der AMD Salzburg beim wichtigen Thema \u201e<strong>Arbeit und Jugendliche<\/strong>\u201c \u2013 und bringt den Tipp des Monats April mit zwei Kapiteln auf zwei Seiten, wobei Teil eins hier die Pflicht abdeckt und Teil zwei auf die K\u00fcr eingeht, die Unternehmen idealerweise ebenfalls umsetzen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h6 class=\"p1\"><b>Beim Berufsstart beginnt die Pflicht!<\/b><\/h6>\n<p class=\"p1\">\u201eAlle <b>Arbeitgeber*innen<\/b> stehen vor der <b>wichtigen Verantwortung<\/b>, ihre <b>Mitarbeitenden bestm\u00f6glich zu sch\u00fctzen<\/b> \u2013 <b>vor allem<\/b>, wenn es sich dabei um <b>Jugendliche<\/b> handelt\u201d, sagt <a href=\"https:\/\/www.gesundessalzburg.at\/amd\/ueber-uns\/team\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">AMD-Salzburg-Arbeitsmedizinerin <strong>Dr. Ortrud Gr\u00e4f<\/strong><\/a>. Dabei greifen neben den AN-Schutzgesetzen (ASchG, B-BSG, BSG S), vor allem das <b>Kinder- und Jugendlichen-Besch\u00e4ftigungsgesetz<\/b> (KJBG), die <b>Verordnung \u00fcber Besch\u00e4ftigungsverbote<\/b> <b>und -beschr\u00e4nkungen<\/b> (KJBG-VO) und f\u00fcr weibliche Lehrlinge auch das Mutterschutzgesetz (MSchG). So d\u00fcrfen Jugendliche generell maximal acht Stunden t\u00e4glich und nur 40 Stunden w\u00f6chentlich arbeiten.<\/p>\n<p class=\"p1\">2022 wurden laut AUVA 108.000 Lehrlinge in 210 Lehrberufen ausgebildet, 7.100 Lehrlinge sind dabei verunfallt. Die Gr\u00fcnde, dass bei <b>Jugendlichen<\/b> die <b>Zahlen der Arbeitsunf\u00e4lle<\/b> und auch der <b>Wegunf\u00e4lle<\/b> <b>besonders hoch<\/b> sind, sieht die Arbeitsmedizinerin unter anderem an <b>mangelnder Berufserfahrung<\/b>, <b>jugendlichem Leichtsinn<\/b>, <b>fehlendem Bewusstsein f\u00fcr Gefahren im Betrieb<\/b> und die meist noch nicht abgeschlossene <b>k\u00f6rperliche und geistige Entwicklung <\/b>(z.B. entwicklungsphysiologisch mangelnde Verkehrsreife)<b>. <\/b>Teilweise sind auch nicht ausreichende Aufsicht und\/oder mangelhafte bzw. falsche Unterweisung urs\u00e4chlich.<\/p>\n<p class=\"p1\">\u201eJugendliche befinden sich zudem in der besonderen Situation, <b>neun bis zehn Stunden Schlaf pro Nacht<\/b> zu brauchen. Gef\u00e4hrdungen durch Schl\u00e4frigkeit und M\u00fcdigkeit sind nicht zu unter-sch\u00e4tzen. Schl\u00e4frigkeit entsteht durch Schlafentzug \u2013 nach langem Ausgehen oder einer durchge-lernten Nacht. Um <b>chronischem Schlafmangel vorzubeugen, hilft nur Schlaf!<\/b> Demgegen\u00fcber resultiert <b>M\u00fcdigkeit <\/b>aus <b>\u00fcber- oder unterbeanspruchenden Aufgaben \u2013<\/b> Pausen sind angesagt.<\/p>\n<p class=\"p1\"><b>Unternehmen<\/b>, die <b>Jugendliche besch\u00e4ftigen<\/b>, m\u00fcssen diese<\/p>\n<ul class=\"ul1\">\n<li class=\"li1\"><b>regelm\u00e4\u00dfig unterweisen<\/b>,<\/li>\n<li class=\"li1\"><b>ausreichend \u00fcber m\u00f6gliche Gefahren aufkl\u00e4ren<\/b> und diese<\/li>\n<li class=\"li1\"><b>bei \u201euntersuchungspflichtiger Exposition\u201d<\/b> gleich wie Erwachsene zu <b>Eignungs- und Folgeuntersuchungen (VG\u00dc) <\/b>schicken.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"p1\"><b>Generell<\/b> beschr\u00e4nkt die KJBG-VO das Arbeiten<b> mit gef\u00e4hrlichen Arbeitsmitteln<\/b> <b>gef\u00e4hrlichen Arbeitsstoffen, physikalischen Einwirkungen oder Arbeiten unter psychischen oder physischen Belastungen<\/b>. <span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><b>F\u00fcr Berufseinsteiger*innen ist alles neu<\/b>. Gefahren werden untersch\u00e4tzt und Konsequenzen des Verhaltens noch nicht richtig beurteilt. \u201eViele <b>Jugendliche kennen <\/b>die <b>eigenen Grenzen nicht.<\/b>\u201d\u00a0<b>Risikokompetenz<\/b> setzt sich (nach bfu, Martignon und Hoffrage 2019) aus <b>Gefahrenbewusstsein<\/b> (Wahrnehmungskompetenz und Beurteilungskompetenz) und <b>Selbststeuerungsf\u00e4higkeit<\/b> (Entscheidungskompetenz und Handlungskompetenz) zusammen und <b>muss in der Ausbildung gef\u00f6rdert werden<\/b>:<\/p>\n<ul class=\"ul1\">\n<li class=\"li1\">Auf <b>Gefahren hinweisen<\/b> und die <b>Wahrnehmung sch\u00e4rfen<\/b>.<\/li>\n<li class=\"li1\">Einen <b>sinnvollen Umgang mit Risiken<\/b> aufzeigen und besprechen.<\/li>\n<li class=\"li1\">Jugendliche <b>in verantwortbarem Rahmen Erfahrungen <\/b>machen lassen<b>.<\/b><\/li>\n<li class=\"li1\"><b>Aufgaben<\/b> vorbesprechen, <b>Regeln<\/b> abmachen und konsequent einfordern.<\/li>\n<li class=\"li1\">Jugendliche <b>im Auge behalten<\/b> und bei Bedarf (wiederholt) <b>auf Gefahren hinweisen<\/b>.<\/li>\n<li class=\"li1\"><b>Vorleben<\/b> des risikokompetenten Verhaltens <b>durch Ausbildner*innen<\/b>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h6 class=\"p1\"><b>Beim Berufsstart ist die K\u00fcr Trumpf!<\/b><\/h6>\n<p class=\"p1\">\u201eJe besser <b>Arbeitgeber*innen auf junge Arbeitnehmende eingehen<\/b> k\u00f6nnen, desto besser ist es f\u00fcr beide Seiten\u201d, ist AMD-Salzburg-Arbeitsmedizinerin Dr. Ortrud Gr\u00e4f \u00fcberzeugt. \u201eUnd \u00fcber die gesetzlichen Vorschriften hinaus l\u00e4sst sich auch <b>mit einfachen Mitteln vieles umsetzen<\/b>. Daf\u00fcr ist es allerdings Voraussetzung, dass auch <b>verstanden <\/b>wird, wie Jugendliche ticken.\u201d<\/p>\n<p class=\"p1\">Und genau zum Thema \u201eVerst\u00e4ndnis\u201c gibt es eine aktuelle <b>Langzeitstudie<\/b> des Instituts f\u00fcr Soziologie der Universit\u00e4t Wien von J\u00f6rg Flecker und Paul Malschinger, die zu den <b>Zukunftszielen und -sorgen<\/b> und den <b>Zukunftsvorstellungen<\/b> junger Menschen geforscht haben. Das Projekt \u201eWege in die Zukunft\u201d hat gezeigt, dass sich die h\u00e4ufigsten Sorgen darum drehen, keine gute Arbeit zu finden oder zu wenig Geld zu haben. Auch die <b>Sorge, schwer krank zu werden<\/b> ist stark pr\u00e4sent: diese hegen 37% der weiblichen Teilnehmerinnen und 23% der m\u00e4nnlichen.<\/p>\n<p class=\"p1\">\u201eDas zeigt deutlich, <b>wie wichtig<\/b> es jungen Menschen ist, <b>in Zukunft gesund zu leben<\/b>\u201d, sagt die Arbeitsmedizinerin. Einen gro\u00dfen Anteil daran hat auch die Zeit, die (junge) Menschen am Arbeitsplatz verbringen. \u201e<b>Gesund zu altern<\/b> ist die Herausforderung \u2013 und<b> muss das Ziel sein<\/b>.\u201d Neben der noch nicht ausgepr\u00e4gten Risikokompetenz schenken Jugendliche oft auch <b>dem eigenen K\u00f6rper<\/b> \u2013 und vor allem der Frage, ob, bzw. wie dieser \u00fcberlastet ist \u2013 <b>zu wenig Aufmerksamkeit<\/b>. Engagierte und gut ausgebildete <b>Ausbildner*innen<\/b> und die zust\u00e4ndigen <b>F\u00fchrungskr\u00e4fte <\/b>sind<b> <\/b>gefordert, <b>gesundheitsf\u00f6rdernde Verh\u00e4ltnisse<\/b> zu schaffen, die mit den <b>Erkenntnissen aus der Arbeitsmedizin, Sicherheitstechnik und Arbeitspsychologie<\/b> gewonnen wurden.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\">Neben der Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit sind Themen wie Erste Hilfe, Brandschutz, Ergonomie, psychische Gesundheit und Gef\u00e4hrdungen auf dem Arbeitsweg von Wichtigkeit.<\/p>\n<p class=\"p1\">\u201e<b>Besonders sensible<\/b> Beispiele sind die <b>Baubranche<\/b>, die eine hohe k\u00f6rperliche Belastung mit sich bringt, aber auch etwa die <b>Branche der Friseur*innen<\/b>, wo der Hautschutz immer wieder zum Sorgenkind wird\u201d, wei\u00df die Arbeitsmedizinerin. <b>Problematisch<\/b> sind <b>Berufskrankheiten<\/b>, die erst <b>verz\u00f6gert auftreten<\/b>. Das kann von sp\u00e4teren Sch\u00e4den am Muskel-Skelett-Systems, die quer durch alle Altersklassen die Krankenstandstatistik anf\u00fchren, \u00fcber Hauterkrankungen bis hin zu Allergien reichen. Aber auch <b>psychische Belastungen<\/b> \u2013 wozu schon der Wechsel von der Schule ins Arbeitsleben z\u00e4hlen kann \u2013 m\u00fcssen ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<p class=\"p1\">\u201eJe mehr <b>erfahrene Mitarbeitende<\/b> selbst <b>auf die vorgeschriebenen Ma\u00dfnahmen<\/b> \u2013 von der korrekten pers\u00f6nlichen Schutzausr\u00fcstung bis hin zum richtigen Heben und Tragen \u2013 <b>setzen<\/b> und diese vorleben, <b>desto eher<\/b> wird das auch <b>f\u00fcr junge Kolleg*innen selbstverst\u00e4ndlich<\/b>\u201d, sagt Dr. Ortrud Gr\u00e4f. Bew\u00e4hrt haben sich <b>Systeme mit Patenschaften<\/b>, bei denen je ein*e erfahrene Mitarbeitende einem Lehrling zugeordnet wird, die diesen dann wie bei einem Mentoring zur Seite stehen.<\/p>\n<p class=\"p2\"><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>Weitere <b>Unterst\u00fctzungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Unternehmen<\/b>, die eine Lehre anbieten, sind<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>\u201e<b>Wir coachen Lehre<\/b>\u201d, die kostenlose vertrauliche Coachings unter dem Titel \u201e<a href=\"https:\/\/www.lehre-statt-leere.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Lehre statt Leere<\/strong><\/a>\u201c abhalten (<a href=\"tel:0800220074\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><b>0800 220074<\/b><\/a>) und Hilfestellungen der <b>Arbeiterkammer Salzburg (<a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\"  href=\"tel:+436628687\">0662\/8687<\/a>)<\/b> und der <b>Wirtschaftskammer Salzburg (<a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\"  href=\"tel:+4366288880\">0662\/8888 0<\/a>).<\/b> <span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gleich \u201ezwei in eins\u201c bietet der AMD Salzburg beim wichtigen Thema \u201eArbeit und Jugendliche\u201c \u2013 und bringt den Tipp des Monats April mit zwei Teilen: der Pflicht und der K\u00fcr.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":3505,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-3493","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-amd-tipp"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gesundessalzburg.at\/amd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3493","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gesundessalzburg.at\/amd\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gesundessalzburg.at\/amd\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gesundessalzburg.at\/amd\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gesundessalzburg.at\/amd\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3493"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.gesundessalzburg.at\/amd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3493\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3501,"href":"https:\/\/www.gesundessalzburg.at\/amd\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3493\/revisions\/3501"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gesundessalzburg.at\/amd\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3505"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gesundessalzburg.at\/amd\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3493"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gesundessalzburg.at\/amd\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3493"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gesundessalzburg.at\/amd\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3493"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}