{"id":10910,"date":"2026-10-15T09:12:51","date_gmt":"2026-10-15T07:12:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gesundessalzburg.at\/avos\/?p=10910"},"modified":"2026-10-15T11:36:59","modified_gmt":"2026-10-15T09:36:59","slug":"laendertreffen-herz-kardiomobil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gesundessalzburg.at\/avos\/laendertreffen-herz-kardiomobil\/","title":{"rendered":"L\u00e4ndertreffen Herz-\/KardioMobil: Austausch, <br> digitale Innovationen und ein gemeinsames Ziel"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wie kann die Versorgung von Menschen mit Herzinsuffizienz nachhaltig verbessert werden? Welche Chancen bieten Disease-Management-Programme und telemedizinische L\u00f6sungen? Und wie k\u00f6nnen bisherige Erfahrungen genutzt werden, um die Versorgung gemeinsam bundesweit weiterzuentwickeln?<\/strong><\/p>\n<p>Mit diesen Fragen besch\u00e4ftigten sich die Teilnehmer*innen beim<strong> L\u00e4ndertreffen Herz-\/KardioMobil<\/strong> am 14. Oktober 2026 in der Stiegl-Brauwelt in Salzburg. Im Mittelpunkt des von AVOS organisierten Treffens standen der fachliche Austausch, aktuelle Entwicklungen in der telemedizinischen Betreuung und die gemeinsame Weiterentwicklung der HerzMobil-Programme in \u00d6sterreich. Das L\u00e4ndertreffen findet j\u00e4hrlich in einem anderen Bundesland statt, 2026 wurde es in Salzburg von AVOS organisiert.<\/p>\n<p><strong>Integrative Versorgung und Telemedizin<\/strong><\/p>\n<p>Den inhaltlichen Auftakt des diesj\u00e4hrigen L\u00e4ndertreffens bildete die <strong>Keynote \u201eWarum braucht Herzinsuffizienz Disease-Management-Programme?\u201c<\/strong> von Univ.Prof. Dr. Gerhard P\u00f6lzl, \u00c4rztlicher Leiter HerzMobil Tirol. In seinem Vortrag verdeutlichte er die medizinische und gesundheitspolitische Bedeutung einer strukturierten, kontinuierlichen und sektoren\u00fcbergreifenden Betreuung von Menschen mit Herzinsuffizienz. Ein zentraler Baustein sei dabei die interdisziplin\u00e4re Zusammenarbeit der beteiligten Gesundheitsberufe, erg\u00e4nzt durch den gezielten Einsatz von Telemedizin. Ziel sei es, Patient*innen bestm\u00f6glich im Umgang mit ihrer Erkrankung zu unterst\u00fctzen, Komplikationen fr\u00fchzeitig zu erkennen und die Versorgungsqualit\u00e4t langfristig zu verbessern.<\/p>\n<p><strong>Dringender Handlungsbedarf<\/strong><\/p>\n<p>Wie dringend der Handlungsbedarf ist, zeigte Dr. P\u00f6lzl anhand der Krankheitsprognose und der hohen Belastung des Gesundheitssystems: Die Zahl der Erkrankungen nimmt deutlich zu, gleichzeitig sind h\u00e4ufige Krankenhausaufenthalte f\u00fcr viele Betroffene Teil des Krankheitsverlaufs. \u201eDiese Erkrankung kann absolut t\u00f6dlich sein \u2013 die 5-Jahres-\u00dcberlebensrate ist vergleichbar mit den meisten Krebserkrankungen\u201c, betonte Dr. P\u00f6lzl. Allein in \u00d6sterreich komme es j\u00e4hrlich zu rund 27.000 Krankenhausaufnahmen aufgrund von Herzinsuffizienz. Die damit verbundenen Aufenthalte verursachten nicht nur eine hohe Belastung f\u00fcr die Patient*innen, sondern auch erhebliche Kosten f\u00fcr das Gesundheitssystem. \u201eRund drei bis vier Prozent des gesamten \u00f6sterreichischen Gesundheitsbudgets werden rein f\u00fcr die Behandlung von Menschen mit Herzinsuffizienz aufgewendet\u201c, erl\u00e4uterte der Experte. Ein Gro\u00dfteil dieser Ausgaben entfalle auf Krankenhausaufenthalte: Rund 70 Prozent der herzinsuffizienzbedingten Behandlungskosten w\u00fcrden dadurch verursacht.<\/p>\n<p><strong>Krankenhausaufenthalte steigern Sterberisiko<\/strong><\/p>\n<p>Besonders problematisch sei dabei die hohe Zahl an Wiederaufnahmen. Denn je h\u00e4ufiger Patient*innen erneut im Krankenhaus behandelt werden m\u00fcssen, desto h\u00f6her ist auch ihr Sterberisiko. Umso wichtiger sei es, durch eine kontinuierliche Betreuung und fr\u00fchzeitige Interventionen eine Verschlechterung des Gesundheitszustands m\u00f6glichst zu verhindern.\u00a0Einen wesentlichen Beitrag dazu k\u00f6nnen Disease-Management-Programme leisten. Sie erm\u00f6glichen eine strukturierte Begleitung \u00fcber die Grenzen einzelner Versorgungsbereiche hinweg und schaffen die Voraussetzungen daf\u00fcr, Ver\u00e4nderungen des Gesundheitszustands fr\u00fchzeitig zu erkennen und rasch darauf zu reagieren. Dass insbesondere die Telemedizin dabei eine wichtige Rolle spielt, werde durch zahlreiche Studien belegt, die sowohl einen R\u00fcckgang der Krankenhausaufenthalte als auch eine Verringerung der Sterblichkeit zeigen.<\/p>\n<p><strong>Telemedizin f\u00fcr mehr Versorgungsgerechtigkeit\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Neben dem medizinischen Nutzen hob Dr. P\u00f6lzl auch die Bedeutung der Telemedizin f\u00fcr eine gerechte Gesundheitsversorgung hervor. Sie k\u00f6nne dazu beitragen, eine hochwertige Betreuung unabh\u00e4ngig vom Wohnort zu erm\u00f6glichen und Versorgungsl\u00fccken zu schlie\u00dfen. Er sprach sich f\u00fcr die Einrichtung \u00f6sterreichweiter, interdisziplin\u00e4rer Telemedizinzentren aus.<\/p>\n<p><strong>L\u00f6sungsorientierte Talkrunde<\/strong><\/p>\n<p>Bei der anschlie\u00dfenden <strong>Talkrunde \u201eHerzinsuffizienz \u2013 Disease-Management-Programme in \u00d6sterreich: quo vadis?\u201c<\/strong> diskutierten Peter McDonald, Dienstgebervertreter sowie aktuell Vorsitzender des Verwaltungsrats in der \u00d6GK, Univ.Prof. Dr. Gerhard P\u00f6lzl und Mag. Renate Reingruber MBA, Institutsvorst\u00e4ndin des LIV-Tirol (Landesinstitut f\u00fcr Integrierte Versorgung Tirol) unter der Moderation von AVOS-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Mag. Angelika Bukovski, MIM, MBA \u00fcber den aktuellen Stand und die zuk\u00fcnftige Ausrichtung der Disease-Management-Programme in \u00d6sterreich.<\/p>\n<p><strong>Einheitliche Versorgung in \u00d6sterreich als Ziel<\/strong><\/p>\n<p>Im Mittelpunkt standen gemeinsame Perspektiven, bestehende Herausforderungen und konkrete M\u00f6glichkeiten zur Weiterentwicklung. Als zentrale Ziele wurden die Erhebung vergleichbarer Daten \u00fcber alle Bundesl\u00e4nder hinweg sowie eine hochwertige Versorgung von Menschen mit Herzinsuffizienz in ganz \u00d6sterreich hervorgehoben. Einheitliche Qualit\u00e4tskriterien und abgestimmte Prozesse sollen dazu beitragen, die Versorgung langfristig zu verbessern und \u00f6sterreichweit vergleichbare Standards zu schaffen.<\/p>\n<p>Peter McDonald unterstrich in diesem Zusammenhang das gemeinsame Engagement von Bund, L\u00e4ndern und Sozialversicherungstr\u00e4gern: \u201eEs gibt das Commitment, vom Pilotprojekt in eine regelbasierte Versorgung zu gelangen.\u201c Nun gelte es, gemeinsame L\u00f6sungen f\u00fcr ganz \u00d6sterreich zu entwickeln. McDonald appellierte insbesondere an jene Bundesl\u00e4nder, in denen bereits etablierte Versorgungsstrukturen bestehen, sich zusammenzuschlie\u00dfen und einen Vorschlag f\u00fcr eine bundesweit einheitliche L\u00f6sung zu erarbeiten. F\u00fcr das Voranbringen der weiteren Umsetzung und die notwendige politische Unterst\u00fctzung sicherte er seine Unterst\u00fctzung zu.<\/p>\n<p><strong>Das Potenzial digitaler Technologien\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Ein weiterer Schwerpunkt lag auf <strong>digitalen Innovationen in der Gesundheitsversorgung<\/strong>. Die Vortragenden Dr. Alexander Kollmann, E-Health-Beauftrager Land Salzburg (Abteilung 9), DI Peter Kastner, MBA und DI Dr. Robert Modre-Osprian von der TELBIOMED Medizintechnik und IT Service GmbH stellten aktuelle Entwicklungen vor. Diese zeigen, welches Potenzial digitale Technologien und Telemedizin f\u00fcr eine patient*innenorientierte Betreuung bieten.<\/p>\n<p>Erg\u00e4nzend dazu gaben die Pflegekoordinator*innen der Bundesl\u00e4nder Einblicke in ihre Erfahrungen aus der Praxis. Die Berichte aus den Bundesl\u00e4ndern machten deutlich, wie wichtig der regelm\u00e4\u00dfige Austausch und die Zusammenarbeit \u00fcber regionale Grenzen hinweg sind. Auch die Weiterentwicklung des HerzMobil-Tools war Thema des Treffens. Das Update zu aktuellen Neuerungen bot Gelegenheit, sich \u00fcber technische Entwicklungen und deren Bedeutung f\u00fcr die t\u00e4gliche Arbeit auszutauschen.<\/p>\n<p>Das L\u00e4ndertreffen machte einmal mehr deutlich: Eine gute Versorgung von Menschen mit Herzinsuffizienz lebt von der Zusammenarbeit unterschiedlicher Berufsgruppen, dem Teilen von Erfahrungen und der Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Durch die Verbindung von medizinischer Expertise, pflegerischer Begleitung und digitalen M\u00f6glichkeiten schaffen die Herz-\/KardioMobil-Programme wichtige Voraussetzungen, um die Versorgung kontinuierlich weiterzuentwickeln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neue Impulse f\u00fcr die Versorgung von Menschen mit Herzinsuffizienz: Beim diesj\u00e4hrigen L\u00e4ndertreffen standen die \u00f6sterreichweite Weiterentwicklung der Disease-Management-Programme und der Ausbau telemedizinischer Angebote im Mittelpunkt. Ziel ist eine \u00f6sterreichweit einheitliche, qualit\u00e4tsgesicherte Versorgung f\u00fcr alle Betroffenen.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":10912,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-10910","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-die-avos-news"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gesundessalzburg.at\/avos\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10910","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gesundessalzburg.at\/avos\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gesundessalzburg.at\/avos\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gesundessalzburg.at\/avos\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gesundessalzburg.at\/avos\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10910"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.gesundessalzburg.at\/avos\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10910\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10933,"href":"https:\/\/www.gesundessalzburg.at\/avos\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10910\/revisions\/10933"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gesundessalzburg.at\/avos\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10912"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gesundessalzburg.at\/avos\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10910"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gesundessalzburg.at\/avos\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10910"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gesundessalzburg.at\/avos\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10910"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}