Der aktuelle AMD-Tipp von Dr. Ortrud Gräf, Arbeitsmedizinerin beim AMD Salzburg
Alter(n)sgerecht arbeiten
als Erfolgsfaktor für Unternehmen
Fachkräftemangel und demografische Veränderungen erhöhen den Druck auf Unternehmen: Gesundheit und Arbeitsfähigkeit der Mitarbeitenden werden zum entscheidenden Erfolgsfaktor. Alterns- und altersgerechtes Arbeiten bieten dafür die Grundlage: Während alternsgerechtes Arbeiten den Menschen über ihre gesamte berufliche Laufbahn hinweg ein gesundes und sicheres Arbeiten ermöglichen soll, setzt altersgerechtes Arbeiten gezielt in spezifischen Lebensphasen an, etwa im höheren Alter.
„Mitarbeiter*innen, denen es gut geht, bleiben dem Betrieb länger erhalten – und damit auch ihre Erfahrung und ihr Wissen. All das schützt vor Fluktuation. Gerade wenn wir wissen, dass ein großer Teil der Beschäftigten mit gesundheitlichen Einschränkungen oder chronischen Erkrankungen arbeitet, wird klar, wie wichtig gezielte Anpassungen und eine kontinuierliche arbeitsmedizinische Begleitung sind. Es geht darum, Arbeit so zu gestalten, dass sie Menschen in jeder Lebensphase unterstützt und nicht belastet“, erklärt Arbeitsmedizinerin Dr. Ortrud Gräf.
Wer frühzeitig in alterns- und altersgerechte Maßnahmen investiert, hält Mitarbeitende länger gesund im Erwerbsleben, senkt Krankenstände und stärkt nachhaltig die Leistungsfähigkeit von Unternehmen und Wirtschaft. Da sich die Bedürfnisse je nach Alter, Lebensphase und Gesundheitszustand deutlich unterscheiden, bildet eine fundierte Arbeitsplatzanalyse die Grundlage für passgenaue Lösungen. Ergänzend helfen Leistungskalkül und Arbeitsbewältigungsindex, individuelles Leistungsvermögen und aktuelle Arbeitsfähigkeit zu erfassen und gezielte Empfehlungen abzuleiten.
Beispiele für alterns- und altersgerechte Maßnahmen in Betrieben
- Einsatz von Hilfsmitteln (Hebe- und Tragehilfen, Transportroboter, Exoskelette)
- Ergonomisch angepasst positionierte Maschinen, Bildschirme
- Rutschsichere Böden, Fußtrittmarkierungen auf Rampen etc.
- Lärmreduktion, etwa durch schalldämmende Elemente
- Anpassung von Arbeitszeiten und Pausen
- Mitarbeitende können das Arbeitstempo mitbestimmen
- Ausreichende Pausen und Urlaubsblöcke
- Mehrere Nachtschichten hintereinander werden vermieden
- Mentoring-Programme zum besseren Wissenstransfer
- Rotationsmodelle bzw. Tätigkeitswechsel
- Altersgemischte Teams, die eng miteinander kooperieren
- Weiterbildung unter Berücksichtigung von altersgerechter Didaktik

AdobeStock_235180194 und AMD Salzburg
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Details zur AMD-Salzburg-Arbeitsmedizin gibt es hier.
Für weitere Informationen stehen Ihnen Ihre Präventivkräfte des AMD Salzburg gerne zur Verfügung.

